Sommerferien Tag 5 und 6
Ich bin heute zu einer lokalen Legende geworden, und zwar vom Frazione Maisonnaise Climb!
Und das kam so:
Wider Erwarten fand ich mich in einer Gruppe von 4 Frauen wieder, die sich gemeinsam auf den Weg machten. Fragt nicht! Blöderweise war die Tür verschlossen, aber eine von uns beherrschte gute Fingerfertigkeiten und öffnete das Schloss, vor uns, nach links ab gehend, ein Korridor. Dank Rios überragender Wahrnehmung traten wir nicht auf die losen Bodenplatten, die uns in die Tiefe hätten stürzen lassen. Irgendjemand hatte dann die, wie sich später herausstellte, dämliche Idee, Lärm zu machen, um damit die Gegner anzulocken, damit DIE dann in die Falle fallen. Ich brüllte also aus Leibeskräften: "Ist da jemand?" Die Tür öffnete sich und herein traten drei Zombies. Sie waren jedoch zu leicht für die Bodenplatten, also mussten wir sie so erlegen. Wir wollten nun in den nächsten Raum, dummerweise rutschte ich beim Springen über die Falle aus und fiel hinein. Dumm. Faylen hatte ein Seil dabei und ich kletterte heraus. Im nächsten Raum angelangt versagten Rios Wahrnehmungsfähigkeiten und wir wurden überraschend mit Pfeilen angegriffen: Zwei Rotkappen hatten sich hinter den Särgen (aus denen die drei Zombies kamen) versteckt. Wäre es nicht so ernst gewesen und hätte sich nicht noch zwei Hobgoblins und ein weiterer Goblin eingemischt, hätte es fast lustig sein können. Denn Rio zwang die eine Rotkappe, sich im Sarg zu verstecken und Faylen stellte sich sehr ungeschickt darin an, die andere Rotkappe zum Reden zu bringen. Was blieb mir übrig? Ich ließ einen göttlichen Mondstrahl erscheinen und ich glaube davon aufgeschreckt kamen die weiteren Angreifer dazu, oder wegen des lauten Brüllens vorhin? Jedenfalls hätten wir durchaus subtiler vorgehen können. Na ja, hätte, hätte, Fahrradkette. Ich ließ den Mondstrahl durch den Raum wandern und versuchte damit, möglichst vielen Gegnern zu schaden. Die fanden das nicht so toll und griffen mich an. Einem konnte ich die Flucht befehlen, der andere wurde, schon ordentlich mondstrahlvorgeschädigt, von Andira vernichtet. Die Rotkappe im Sarg konnte sich befreien, endete aber ähnlich wie die Zombies. Na super. Fast alle Zauberplätze verbraucht und erst den zweiten Raum des Kellergeschosses des Schlosses betreten.
Wie soll das weiter gehen, beim nächsten Mal, wenn ich wieder mit meinen Online-Freunden aus Portugal, Deutschland, England, Russland und Israel Dungeons und Dragons (DnD) spiele? Ich bin nämlich mit Malte auf Radtour in Litauen. Das war auch der Grund, warum ich gestern nicht Blog geschrieben habe: wir haben DnD gespielt, per VoiceChat in Discord, Charaktere bei BeyondDnD und Karte über AboveVTT.
Lokale Legende bin ich trotzdem, und zwar auf Strava, weil ich ZWEIMAL Richtung Rifugio hoch gewandert bin - wow!
Ich fragte mich in meinem letzten Eintrag, wie ich die Tour vom zweiten Wandertag wohl toppen könnte und da lief mir der alte Bergführer vom Campingplatz über den Weg. Ich hatte mir gestern eine Route überlegt, die einfach war (dritter Tag) und die ich mit Piccio machen konnte. Pustekuchen. Für Hunde verboten, man kann nur die direkten Wege zu den Refugios mit dem Hund wandern, die anderen Wege nicht. Er empfahl mir eine Route (wieder mit dem Bus nach Le Pont) und wir sprachen (er freute sich sehr über meine Brocken italienisch) über eine mögliche Tour für heute. Dazu später mehr.
Gestern also nach Le Pont und den Weg hoch, den ich am Vortag heruntergegangen bin und ich muss sagen: Es war der Tag der Schmerzen. Oberschenkel - schlimm. Waden - schlimmer. Kleine Zehen - Katastrophe. Ich sag's wie es ist: Meine Wanderstiefel passen nicht. Sie sind zu klein. Vielleicht sind meine Füße auch größer (platscher) geworden, aber vorne sind sie zu klein.
JEDER
SCHRITT
SCHMERZTE.
Und der Muskelkater war nicht schlimm, aber die Zehen. Alter. Und eine lange Strecke ohne Steigung, ganz ganz blöd. Und dann war ich auch noch so unglaublich müde, boah. Alles schlimm und dann verflog alles ganz plötzlich, als ich das Refugio sah: AUTOS!!! What the fuck? Ich bin gerade 3 Stunden zu einer Hütte an einem See gewandert, damit ich Massen von Autos sehe und Leute die aus Autos steigen und große Plastikrohre, die am See liegen und irgendwelche Plastikcontainer? Mein Leiden wich meiner Empörung. Hab dann Nudeln gegessen, das Tape rausgeholt, meine Zehen getapt und oh Wunder, oh Wunder, bin dann fast schmerzfrei nach Hause gewandert. Dieses Mal war der Rückweg besser, als der Hinweg. Aber auch dieses Mal schaffte ich wieder nicht die Zeit auf dem Schild.
Das sollte sich heute ändern! Leute, ich bin angekommen! Mein Körper hat sich angepasst, die Beine haben auf Sportmodus umgeschaltet und ich bin in 2h40 zum Refugio hoch gewandert, wie auf dem Schild. Für das Teilstück vom ersten Tag brauchte ich 20min weniger.
Das Refugio sollte aber noch nicht mein Endpunkt sein und jetzt komme ich auf den alten Bergführer von gestern Morgen zurück: Er empfahl mir, zur Passage auf 3200m Höhe weiterzugehen und zeigte mir Bilder, wie toll es da ist. Ich zweifelte sehr und rechnete auch nachts immer noch die Zeiten aus, wie weit ich kommen könnte und ob ich das schaffen kann und so weiter. Mein Vorteil ist jedoch, dass ich meine Fähigkeiten eher unterschätze und so war es auch dieses Mal, denn ich schaffte die Zeit zum Refugio und machte mich weiter auf den Weg zur Passage. Ich gab mir 1,5h, bevor ich umdrehen wollte. Mit einer Pause wären das dann 4h30 und das muss ich ja auch noch zurück. Ich hatte tatsächlich kurz Tränen in den Augen, weil der Weg so schön aussah und NIEMAND sonst ging dort hin (was mir später zum Verhängnis wurde).
Der Weg war einfach und floss zügig voran. Nicht mehr jedoch ab 2900m, er wurde sandig, geröllig, steil und ausgesetzt. Mir wurde unwohl. Hoch ist einfacher als runter. Es wurde auch nicht besser und der Weg war noch sehr weit über eine große Felshalde.
Und niemand anderes war da für eventuelle Notfälle. Also machte ich bei 3044m und 4h30 Schluss und kehrte um.
Und dann schaffte ich auch noch die Zeit vom Refugio runter in 1h50 - yeah, ich bin drin im Berggame!
Leider fahre ich morgen wieder nach Hause. Ehrlich gesagt will ich auch keinen weiteren Meter mit diesen Schuhen gehen und ich bin auch ganz schön platt von 7h40 und 1239hm. Das war auf jeden Fall die größte Challenge und da ich nicht ganz bis zur Passage gekommen bin, muss ich wohl wieder kommen.
Es war wunderbar hier im Aostatal und ich glaube, das mache ich das nächste Jahr wieder.








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