Sommerferien 2025 Tag 2 und 3

Leute, da bin ich wieder.

Das E hat sich in ein 4G verwandelt und ich kann per Hotspot den Blog bedienen. Hier ist der Empfang also doch besser als auf Fehmarn, in Deutschland, auf einer Insel, keine Berge im Weg.

Ich bin hier auf 1800hm und habe Hitzewallungen. Nein, es ist (glaube ich) noch nicht die Menopause, sondern stammt von meiner heutigen Tagesakivität. Wandern.

Nachdem ich gestern auf dem letzten Loch pfeifend angekommen bin, habe ich es ruhig angehen lassen, habe laut Garmin 9,5h geschlafen und bin jetzt nicht mehr braindead, sondern bodydead und das ist gut so. Das fühlt sich viel viel viel - soll ich es nochmal wiederholen? - viel besser an, als braindead. 

Meine Tagesaktivität war wandern, ich wollte auf 2400hm zur Alpe Montandayne, angeblich 1h 45min hin. Leute! Ich habe alle meine Lebensentscheidungen angezweifelt und mich gefragt, ob ich wirklich vor Kurzem noch mega im Laufgame war, oder ob ich nicht doch Vaddi-rauchend-auf-der-Couch bin. Meine Fresse - als Wasserlininenmensch sind 1800hm einfach mal eins komma acht Kilometer weiter oben. Die Luft ist dünn. Meine Sonnencremtube sieht voll aus, die Alpro Soja Jogurthdeckel sind nach oben gewölbt. Ich quälte mich nach oben und Piccio so "yeah yeah, lass mich vorbei". WER pennt hier gerade? Nicht ich. Aber lange kann es auch nicht mehr hin sein. Es war schlimm. Eine Stunde verging zähfließend, ich traf Leute und irgendwann fing es an, sich einfacher anzufühlen. War der Weg nicht mehr so steil oder hat sich mein Körper irgendwie angepasst? Oder hat sich mein Kopf angepasst und war nicht mehr so mürrisch? Doch dann die Enttäuschung: Die Strecke zur Alpe war für Hunde gesperrt. Buuuh. Also ging ich weiter die Strecke Richtung Rifugio. Einige Leute kamen mir entgegen, ein paar überholten mich. Das Rifugio ist die Hütte, auf der man übernachtet, bevor man auf den Gran Paradiso (4061hm) aufsteigt. Das wollten Leute tun. Ich habe das nicht vor. Bei solchen Höhen hört auch einfach der Spaß auf und man braucht Bergführer*innen und am besten gute. Mir ist einer beim Abstieg entgegen gekommen, der Handy spielend voran ging und sich gar nicht um seine Leute gekümmert hat. Einer von den Männern schwitzte, keuchte und schnaufte. Alter - geh langsamer und schau, dass dir deine Leute nicht zusammenbrechen. Wenn ich mir jedoch vorstelle, dass dieser Mensch auf 4000 hoch will, na Prost Mahlzeit. Ich wollte auf 2400 und dann machte ich eine Pause. Zum Glück habe ich ein kleines bisschen Bergerfahrung und mir meine Daunenjacke eingepackt - hui war es dort kalt. Kurz vor: Ich hätte gut auch noch Handschuhe haben können. Und da haben wir auch die Antwort, warum ich jetzt so glühe. 



Es ist übrigens insgesamt gar nicht so warm und ich bin froh, über meinen allwettertauglichen Bus - die Standheizung hatte ich schon heute Morgen und vorhin nach der Rückkehr an. Leute laufen hier trotzdem in kurzen Hosen rum und sitzen draußen. Beeindruckende Kälteanpassung! Morgen sollen es hier 1 Grad werden, mit Schnee, angeblich. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, ganz hoch aufs Rifugio zu steigen, aber der Abstieg hat mich so genervt, dass ich mir da nicht mehr so sicher bin. Vielleicht finde ich noch etwas anderes, was nicht nur hoch und dann wieder runter geht. Ein wenig gerade ist auch nett. Das ist halt der Nachteil, wenn man im Tal ist. "Tal". Aber wie gesagt: Der Gran Paradiso auf der einen, der Mont Blanc auf der anderen Seite. 

Ich war heute also "nur" 4 Stunden wandern mit 600hm. Reichte mir irgendwie und reichte aber auch, um mein Gehirn weiter zu entstressen. Das ist gut. Ich habe mich nach der Rückkehr auch sofort hingesetzt und was gegessen, auch wenn ich keinen Hunger fühlte, aber genau das war nötig, um wieder klar zu kommen. Ich fühlte zwar keinen Hunger, aber ich fühlte, dass mir komisch war. Nach Sport müssen die Kalorien eben wieder rein, auch wenn es anders erscheint. 

Und dann war da noch die Sache mir der Dusche: Wir sind hier in Italien und dann noch auf einem einfachen Campingplatz. Hier gibt es keine geschlossenen Waschhäuser und schon gar keine Heizung drinnen. Es gibt ja kein "drinnen". Hatte ich Lust, bei 10Grad Luft zu duschen? Natürlich nicht. Zum Glück gab es große Waschbecken mit hohen Wasserhähnen - Haare waschen check und dann holte ich die in der Coronazeit erlernten Katzenwäschetechniken heraus und bin wieder frisch wie der junge Morgen.

Apopros: Und jetzt schaue ich mir an, was ich morgen machen möchte. 

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