Osterferien 24 Tag 11

Rumjammern ist nicht mehr. Malte und ich hatten einen Auftrag. Also hieß es aufstehen, Zähne zusammenbeißen und... ah - ich konnte wieder auftreten. Es drückt noch leicht am Fußgelenk, aber das Tape ist stabil, Wanderschuhe an und ab in den Dschungel. Zunächst einmal zurück in den Kleinstadtdschungel und dann ab in den Dschungel-Dschungel. Wir hatten einen Auftrag, wie ich schon sagte. 

Zunächst schien es aussichtslos, ein Hindernis, welches nicht zu überwältigen war. Ein Haus, so groß wie ein Berg und ein Gegner, so groß wie der Koloss von Rhodos. Verrückt, oder? Vom Koloss von Rhodos habe ich seit ungefähr 30 Jahren nicht mehr gesprochen, dabei nahmen die 7 Weltwunder in meiner Schulzeit einen wichtigen Platz ein. Warum sie in der Erwachsenenwelt keine Rolle mehr spielen, ist mir ein Rätsel. Wenn ihr das alle auch schon wieder vergessen habt: Herodot hat's geschrieben, Wikipedia archiviert.

Das Haus hatte einen Keller, aber der Keller war eine Falle. Wir hatten uns in ollen Kochtöpfen versteckt, aber der Schlächter fand uns schnell, zu schnell. Mit den größten Wummen ausgestattet, die wir im Inventar hatten, ging es also von vorne los. Laufen, wegspringen, dem Schlächter in den Hintern schießen, laufen, fluchen, dass man nicht schnell genug laufen kann und dann alles wieder von vorne. Es war aussichtslos, wir waren zu schwach. Zwier Stunden versuchten wir nun schon, uns durchs Haus zu schlagen, schlugen Tische und Bänke zu Brei, der Schlächter am Ende aber immer uns.

Wir mussten was tun. Ich hörte ein celestisches Läuten und Malte opferte sich. Und so wie es mit dem Opfern meisten ist, bekommt man was Gutes dafür: Eine Laserkanone und ganz viel mehr Laufgeschwindigkeit. Der Kampf war immer noch hart, jedoch fanden wir unsere Rollen: Malte kämpfte gegen den Schlächter und ich hielt ihr den Rücken frei und meuchelte die kleinen, aus den zertrümmerten Vasen entweichenden Dingsies. Es wurde spät, sehr spät, wurde es sogar schon wieder hell? Wir waren am Ende unserer Kräfte und gaben uns noch drei Versuche: Der erste scheiterte schon in der ersten Minute. Der zweite lief kaum besser, aber im letzten Versuch, mit der Macht der Verzweiflung, besiegten wir den Schlächter, fielen uns weinend in die Arme und erhielten als Dank eine Armbrust. Wobei... Ich schrieb, dass Malte sich opferte... durch ihr Opfer konnten wir den Schlächter überhaupt erst besiegen, aber ihr Opfer bedeutete, dass sie die neue Armbrust nicht bekam. 

Was genau hat Malte eigentlich getan? 

Sie hat uns im Spiel "Remnant from the Ashes" mit Hilfe des Charakters ihres Freundes, der zehnmal stärker ist als unsere, weiter gebracht und dadurch hat ihr Charakter nicht die Erfahrungspunkte und die Armbrust bekommen. Und hier die moralische Frage: Ist das Cheaten? Oder darf man das, weil es beim Zocken einzig und allein um Spaß geht? Und warum liegt hier eigentlich Stroh? Und wer schnarcht in der Box?



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Whining is no longer an option. Malte and I had a job to do. So we had to get up, grit our teeth and... ah - I could walk again. My ankle is still a little sore, but the tape is stable, I put on my hiking boots and set off into the jungle. First back to the small-town jungle and then off into the jungle jungle. We had a mission, as I said before.

At first it seemed hopeless, an obstacle that could not be overcome. A house as big as a mountain and an opponent as big as the Colossus of Rhodes. Crazy, isn't it? I haven't talked about the Colossus of Rhodes for about 30 years, although the 7 Wonders of the World played an important role in my school days. Why they no longer play a role in the adult world is a mystery to me. If you've all forgotten: Herodotus wrote it, Wikipedia has it archived.

The house had a cellar, but the cellar was a trap. We hid in old cooking pots, but the butcher found us quickly, too quickly. Equipped with the biggest guns we had in our inventory, we started all over again. Run, jump away, shoot the butcher in the ass, run, swear that you can't run fast enough and then do it all over again. It was hopeless, we were too weak. We'd been trying to fight our way through the house for twenty hours, beating tables and benches to a pulp, but the butcher always ended up beating us.

We had to do something. I heard a celestial ringing and Malte sacrificed himself. And as is usually the case with sacrifice, you get something good in return: a lascannon and a lot more running speed. The fight was still tough, but we found our roles: Malte fought the Butcher and I had her back, assassinating the little thingies escaping from the shattered vases. It was getting late, very late, was it even getting light again? We were at the end of our tether and gave ourselves three more attempts: the first failed in the first minute. The second hardly went any better, but in the last attempt, with the power of desperation, we defeated the butcher, fell into each other's arms crying and received a crossbow as thanks. Whereby... I wrote that Malte sacrificed herself... it was her sacrifice that allowed us to defeat the Butcher in the first place, but her sacrifice meant that she didn't get the new crossbow.

What exactly did Malte do?

She helped us progress in the game "Remnant from the Ashes" with the help of her friend's character, who is ten times stronger than ours, and as a result her character didn't get the experience points and the crossbow. And here's the moral question: Is that cheating? Or is it allowed because gaming is all about having fun? And why is there actually straw here? And who is snoring in the box?


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