Verschiedene Leben in einem Leben - 18. und 19. April 2023
Mein Leben momentan ist sehr einfach. Aufwachen wann ich will, mit dem Hund gehen, frühstücken, irgendwas machen oder auch nicht, Mittag und noch etwas machen was ich will. Die letzten drei Tage war es am Nachmittag foilen. Heute vormittag ging es schon los mit notwendigen Besorgungen für den Platzaufbausamstag. Die vorherigen Notwendigkeiten reduzierten sich auf die Lebensmittelversorgung. Am Samstag jedoch ist eine große Aktion geplant, zu der ich notwendige Dinge beitragen werde.
Das beinhaltet auch, dass ich morgen, Donnerstag nach Hause fahre und dann knapp 2 Tage Zeit habe, einen gefühlt riesigen Haufen an Notwendigkeiten zu erledigen. Der Sprung von nichts zu tun, zu alles zu tun gefällt mir nicht.
Und es ist doch immer dasselbe: Die ersten Tage der Ferien sind komisch bis mies, weil man von tausend Dinge tun gegen die "nichts zu tun Wand" knallt. Diese Ferien hatte ich sie mit einem akribischen Frühjahrsputz abgefedert, der mich aber auch wahnsinnig gemacht hat. Dann Flucht mit dem Bus und auch dort dauert es ein wenig, bis ich mich an das andere Leben gewöhnt habe. Aber irgendwann ist es da, kein Stress, man "schafft" zwei Aktivitäten, nicht hunderte wie zu vor, am Tag: Vormittags eine, nachmittags eine. Und es ist wunderbar.
Und dann häufen sich die anderen Dinge unmerklich in einem imaginierten Eimer an und schießen plötzlich über den Rand und ich denke mir:
Och nö.
Das will ich nicht. Zu viel zu tun, zu viele Kleinigkeiten an die ich denken muss, das tausend Stückchen Leben kippt seine Puzzleteile über mir aus. Schaffen, tun, machen, erledigen, Liste abhaken. Ich bin noch nicht bereit dafür.
Eine Sache ist dabei, die nicht erledigbar ist: Klavier üben für die Verabschiedung unserer Sekretärin. Üben ist nie zuende und das Unwohlsein bestehend aus einer recht schwierigen Solostelle krabbelt über den Rücken.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass es meist weniger schlimm wird, als erwartet und meine Planungen gehen eigentlich immer auf.
Dennoch: Änderungen sind nicht immer einfach. Der Wechsel vom komplexen, vollen Leben, zum einfachen Leben und wieder zurück ist nicht im Handumdrehen zu erledigt und es breitet sich eine Melancholie aus, die das Ende der Einfachheit betrauert.
Und: Ich habe wirklich gar keine Lust auf einen Wecker.
Auswertung:
zu viele To Dos: ☆☆☆☆☆
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