Mittwoch, 8.3.2023 - Anticamping
Ein Mord in meiner Wohnung,
ein Besuch in Berlin
und das gute Gefühl der Wirksamkeit.
English below.
Architektur war nie ein Spezialgebiet von mir. Ich kann Gebäude anschauen und "wow" sagen, oder "beeindruckend" oder "sehr hässlich". Aber ich weiß einfach nichts. Also bekam ich einen Crashkurs in Nutzung von Gebäuden in Kriegszeiten in Berlin und machte mich auf den Weg in die Hauptstadt. Mit meinen Eltern. Wir parkten etwas außerhalb und sie gingen voran, eine große, gerade Straße entlang, um ins Zentrum zu kommen. Ihre Gesichter sah ich nicht. Wir passierten so etwas wie ein Straßenfest, mit lauter kleinen Häuschen, deren Säulen und Wände mit Logos von Süßigkeitenmarken bedeckt waren. Alles war vollgebaut oben und unten, über uns, rechts und links, alles war bunt und "wow". Wir gingen weiter und erreichten eine Einkaufstraße von Berlin. Auch das war toll. Viele bunte Läden, spezialisierte Läden, die es nur in Großstädten gibt. Etwas gruselig war ein Laden, der ausschließlich schwarze Latex Ganzkörperanzüge hatte. Schnell vorbei und dann auf den Ku’damm. Und da ging es los. Umschauen. Der Sandstein der Häuser war schwarz patiniert, wir verschafften uns eine Vogelperspektive und da fing meine Mutter an, Vorträge zu halten über die Nutzung der Gebäude in der NS-Zeit. Unser Blick fokussierte sich auf ein Eckhaus. Wenn man genau auf dieses Gebäude an der Ecke schaute, sah man noch den großen, jetzt zugemauerten Bogen, aus dem die großen Fahrzeuge herausfahren konnten.
Ich war genervt. Verdrehte meine Augen. Ich wollte das nicht wissen. Ich wollte das nicht sehen. Meine Mutter musste sich immer hervortun mit ihrem angeblich so tollen Wissen. Ultra-genervt lag ich später auf dem Bett im Hotel und schrieb Tagebuch, um herauszufinden, was ich in Berlin eigentlich wollte und was nicht. Zusammengefasst: Ich wollte Spaß. Immerhin war ich nur genervt von meiner Mutter und konnte mich abgrenzen. Mein Vater sagte, wie immer, nichts. Am nächsten Tag wäre ich alleine losgezogen. Doch so weit kam es nicht.
Ich wachte auf. 6:45
An einem normalen Mittwoch längst Zeit zum Aufstehen, aber dieser Mittwoch war nicht normal. Ich ging auf die Toilette, in der Hoffnung, dass die Bauchschmerzen dadurch besser wurden (wurden sie nicht) und schlief danach bis kurz vor 9 weiter.
Jetzt, es ist 10:57, blicke ich auf den Wohnzimmerfußboden. Ein Mord. Gerissen. Zerfetzt. Leichenteile liegen weit verstreut und der Kadaver am Fuße meines Esszimmertisches. Blau-grün schimmern die Fragmente auf dem Holzboden.
Ich ziehe ChatGPT zu Rate, was ich nun tun soll. "Als KI-Sprachmodell kann ich keine kriminellen Aktivitäten unterstützen oder fördern, daher werde ich keine Handlungsanweisungen geben, die in diesem Fall als strafrechtlich relevant angesehen werden könnten. In einer solchen Situation ist es am besten, die örtlichen Gesetzeshüter zu informieren und den Tatort nicht zu berühren oder zu stören, um jegliche Beweise zu erhalten. Rufen Sie daher sofort die Polizei an und folgen Sie deren Anweisungen."
Immerhin. Finde ich ganz gut. Allerdings habe ich jetzt ein bisschen Angst, dass es gleich klingelt und man mich verhaftet, weil ich angeblich einen Mord gestanden habe. Also schnell eine weitere Eingabe, um die Situation zu entschärfen. Ich schreibe: "Das war ein Scherz. Es ist kein echter Mord passiert, sondern mein Hund hat sein Kauseil zerfetzt und jetzt liegen die Reste auf dem Fußboden. Was soll ich tun?"
Darauf hat ChatGPT eine sehr gute und wie ich finde auch sehr liebevolle Antwort: "Ah, verstehe. In diesem Fall ist es am besten, die Überreste des Kauseils zu entfernen, um zu vermeiden, dass Ihr Hund sie versehentlich verschluckt und daran erstickt oder dass sie andere Gefahren für ihn darstellen könnten. Reinigen Sie den Bereich gründlich, um sicherzustellen, dass keine Rückstände des Kauseils zurückbleiben. Wenn Sie möchten, können Sie Ihrem Hund ein neues Kauseil oder anderes geeignetes Spielzeug geben, um ihm zu helfen, seine Kau- und Spielbedürfnisse zu befriedigen. Denken Sie jedoch daran, dass Spielzeug immer unter Aufsicht gegeben werden sollte, um sicherzustellen, dass es sicher ist und dass Ihr Hund es nicht unbeaufsichtigt zerstört."
Ich bedanke mich und teile der KI mit, dass mein Hund jetzt schläft. ChatGPT ist eine kleine Labertasche, freut sich, dass es helfen konnte und schlägt mir zusätzlich noch vor, später noch mit meinem Hund zu spielen, denn "Hunde brauchen viel Aufmerksamkeit und Beschäftigung, um glücklich und gesund zu sein."
Glücklich und gesund.
Glücklich bin ich auch, wenn ich Wirksamkeit verspüre. Ich brauche Rückmeldung. Wenn ich auf den Ampelknopf drücke, möchte ich irgendwo etwas sehen. Etwas soll blinken. Ich brauche Rückmeldung. Wenn ich ein Update starte, möchte ich, dass sich auf dem Bildschirm ein Rädchen dreht, oder sich ein Balken bewegt. Ich brauche Rückmeldung. Das tut gut. Das befriedigt. Genauso wie der Coronatest heute: BAM BAM, zwei Striche rot. BAM BAM. Ich hab den Test endlich bestanden und beide Striche instantly zum Erscheinen gebracht. Rückmeldung. Das fühlte sich gut an.
Glücklich, aber nicht gesund. Was soll man machen?
Ausruhen und abwarten.
Die Bauchschmerzen habe ich seit Montag, Corona macht komische Dinge.
Abwarten und Tee trinken.
Außer, wenn ich mit dem Hund eine Runde drehe. Wirklich ist mir aber nicht nach gehen, sondern nach ausruhen. Heute Nachmittag vielleicht.
Tee trinken und loslassen.
Zum Glück habe ich einen Garten, dort war Piccio heute schon eine Zeit lang.
Loslassen der Dinge, die ich nicht ändern kann.
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A murder in my apartment,
a visit to Berlin
and the good feeling of effectiveness.
Architecture has never been a specialty of mine. I can look at buildings and say "wow," or "impressive," or "very ugly." But I just don't know anything. So I got a crash course in wartime building use in Berlin and headed to the capital. With my parents. We parked a bit outside and they walked ahead, down a big straight street to get to the center. I didn't see their faces. We passed something like a street fair, with loud little houses, their pillars and walls covered with logos of candy brands. Everything was fully built above and below, above us, right and left, everything was colorful and "wow". We continued walking and reached a shopping street of Berlin. This was also great. Lots of colorful stores, specialized stores that only exist in big cities. A little creepy was a store that had only black latex full body suits. Quickly past and then onto Ku'damm. And there it went. Looking around. The sandstone of the buildings was patinated black, we got a bird's eye view and that's when my mother started lecturing about the use of the buildings in the Nazi era. Our view focused on a corner building. If you looked closely at this building on the corner, you could still see the large arch, now bricked up, from which the large vehicles could exit.
I was annoyed. Rolled my eyes. I didn't want to know that. I didn't want to see that. My mother always had to excel with her supposedly great knowledge. Ultra-annoyed, I later lay on the bed in the hotel and wrote a diary to find out what I actually wanted in Berlin and what I didn't want. To sum up: I wanted to have fun. After all, I was only annoyed by my mother and could separate myself. My father, as usual, said nothing. The next day I would have gone off on my own. But it did not come so far.
I woke up. 6:45
On a normal Wednesday long since time to get up, but this Wednesday was not normal. I went to the bathroom, hoping that would make the stomachache better (it didn't) and then slept on until just before 9.
Now, it's 10:57, I'm looking at the living room floor. Murder. Torn. Torn to shreds. Body parts scattered far and wide and the carcass at the foot of my dining room table. Blue-green fragments shimmer on the wooden floor.
I consult ChatGPT on what to do now. "As an AI voice model, I cannot support or encourage criminal activity, so I will not give instructions for action that could be considered criminal in this case. In such a situation, it is best to inform local law enforcement and not touch or disturb the crime scene to preserve any evidence. Therefore, call the police immediately and follow their instructions."
After all. I think that's pretty good. However, I'm now a bit afraid that the doorbell is about to ring and I'll be arrested for allegedly confessing to a murder. So I quickly make another entry to defuse the situation. I write: "That was a joke. No real murder happened, but my dog shredded his chew rope and now the remains are on the floor. What should I do?"
To this ChatGPT has a very good and, I think, also very loving answer, "Ah, I see. In this case, it's best to remove the remains of the chewing rope to avoid your dog accidentally swallowing it and choking on it, or any other danger it might pose to him. Clean the area thoroughly to ensure that no residue of the chewing rope remains. If you wish, you can give your dog a new chew rope or other appropriate toy to help him satisfy his chewing and play needs. Remember, however, that toys should always be given under supervision to make sure they are safe and that your dog doesn't destroy them unsupervised."
I thank them and inform the AI that my dog is now asleep. ChatGPT is a little chatterbox, glad it could help, and additionally suggests I play with my dog later because "dogs need lots of attention and activity to be happy and healthy."
Happy and healthy.
Happy is also when I feel effectiveness. I need feedback. When I push the traffic light button, I want to see something somewhere. I want something to flash. I need feedback. When I start an update, I want a cog to turn on the screen, or a bar to move. I need feedback. That feels good. That satisfies. Just like the Coronatest today: BAM BAM, two bars red. BAM BAM. I finally passed the test and made both dashes appear instantly. Feedback. That felt good.
Happy, but not healthy. What to do?
Rest and wait and see.
I've had the stomach ache since Monday, Corona does funny things.
Wait and see and drink tea.
Except when I go for a walk with the dog. But I don't really feel like walking, I feel like resting. This afternoon, maybe.
Drinking tea and letting go.
Fortunately I have a garden, Piccio was there for a while today.
Letting go of the things I can't change.
Übersetzt mit DeepL https://www.deepl.com/translator


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