Ciclotappo - noch nie davon gehört? 7.-10. Oktober 2021
Der 7. Oktober war ein Pausentag. Es hat den gesamten Tag geregnet und ich musste die Standheizung einschalten, aber ich war in Italien, in den Bergen. Es war herrlich.
| Piccio ist mäßig beeindruckt. |
Am folgenden Tag ging es weiter und so sehr Florenz doch ein gewünschter Besichtigungsstopp von mir war, der Wunsch blauen Himmel statt Wolken zu sehen war größer. Pisa wurde unser Ziel. Der über Park4Night herausgesuchte Platz auf einem Bauernhof stellte sich als Wohnmobilplatz heraus, ohne Toilette, was aber auch angegeben war, ich hatte nur nicht richtig geschaut. Ich brauchte nach der Autofahrt aber sehr dringend eine Toilette und beschloss, mein Mittagessen bei McDonald's einzunehmen. Urteilt bitte nicht! Durch diesem Halt lernte ich Tom kennen und habe mein Mittag also mit einem gleichgesinnten Bullifahrer verbracht, was sehr nett war. Tom wollte den Turm von Pisa allerdings nur bullifahrend umrunden, weswegen sich unsere Wege kurz darauf wieder trennten.
Il Torre Pendente! Von meiner neuen Campingplatzwahl konnte man ihn schon sehen. Dies war mein dritter Besuch in Pisa und gefühlt bestand Pisa nur aus dem Turm, aber nein, Pisa hat sogar eine Innenstadt und auch dort beeindruckende Architektur. Piccio war wieder Shotgun in der Fahrradtasche. Pisa ist allerdings wirklich nicht groß und die über 30km Tour kamen nur dadurch zustande, dass wir zum Meer fuhren. Das Mittelmeer!
| Herrlich. |
Wo war ich stehengeblieben? Pisa und die Radtour ans Meer. Ich hatte mich ebenfalls mit Maria und Kent darüber unterhalten: Wieso grüßt mich der alte, italienische Mann auf dem Fahrrad nicht? Zählt er zu "Alte Weiße Männer"? Oder ist das der Machismo oder bin ich als einzige Person mit einem Fahrradhelm, in Neongelb, mit Hund in der Radtasche, als Frau, alleine, auf dem Fahrrad so ungewöhnlich, dass die Synapsen einfach überfordert sind, auch nur einen Gruß raus zu bekommen? Frauen grüßen signifikant häufiger. Maria und Kent erzählten mir von alten Schweden in ihrem Ort die genauso sind und wir stellten fest, ebenso wie auch der Verhaltensforscher, den ich am Regentag auf BBCWorld gehört habe, dass Menschen doch alle irgendwie gleich sind. Es gibt zwar kulturelle Unterschiede, aber eigentlich sind Menschen überall gleich.
| Blick auf Cinque Terre |
| Gipfelkreuz auf Monte Rossolo |
Ein Tag Pisa reichte und ich musste irgendwie schnell weg. Da das Bergfest vorüber war, zog es mich wieder Richtung Norden, 1h15min weiter in den Norden, nach Levanto an der nördlichen Seite von Cinque Terre. That's it. Genau so etwas habe ich mir gewünscht: Wandern, in den Bergen, felsig mit mir nicht geläufiger Vegetation und Blick aufs Meer. Traumhaft. Wirklich traumhaft und dazu noch genau das Wetter nach dem ich mich gesehnt habe: Warm, T-Shirt und kurze Hose. Jedenfalls ab 11Uhr morgens und bis spätnachmittag. In der Sonne. Nach dem Frühstück machte ich mich auf meine erste Wanderung auf. Wunderschön. Das würde ich am nächsten Tag wiederholen, nur auf der anderen Seite von Levanto. Das war heute, am 10.10. - Eine Wanderung auf den Monte Rossolo. Alles unglaublich schön. Und weil es so schön war, werde ich morgen noch bleiben und einen Beach-Tag einlegen. Es ist herrlich hier.
| Ein Ciclotappo Turnier. Man schnipst Kronkorken eine Bahn entlang. Oder eher: Alter Mann schnipst... Noch nie gesehen? Ich auch nicht. |


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