Unterricht von zu Hause Tag 1 - Leinen los, volle Fahrt!

Freitag kam die Ansage: Ab Montag ist die Schule dicht. Wir unterrichten von zu Hause. Das Damoklesschwert war gefallen, die Ungewissheit in gewisser Weise aufgehoben und ich konnte mich auf die neue Aufgabe fokussieren.

Gibt es eigentlich Menschen auf der Welt, die nichts von dem Corona-Problem wissen?
Erstaunlich, aber in der Tat gibt es Menschen die nichts davon wissen. Bei denen herrscht aktuell "Normalität" und bei uns geht es darum, eine neue Normalität in diesen irren Zeiten aufzubauen.

Mein Weg:
Nicht zu viel informieren. Das Radio oder gezielte Websiteaufrufe reichen. Auf gar keinen Fall Twitter oder Facebook und ggf. aus Whatsappgruppen die zu viel of Topic spammen raus gehen.

Das kann ich tun:
Gesund bleiben.
Ich meide Menschen, fällt mir nicht schwer. Ich habe mein soziales Netzwerk aus Freunden die gut erreichbar sind und ich habe meine Hund. Klingt für nicht-Hundebesitzer komisch, aber einen Hund zu haben ist mit das Beste was es geben kann.
Folding@home - Ich kann die Rechneleistung meiner Grafikkarte bereitstellen um Forschungsprojekte bezüglich Corona zu unterstützen - läuft.

Und dann ging es los, heute morgen:
Homeoffice aufgebaut und nichts Spektakuläres passierte. Emails geschrieben, drei Anleitungen für Kolleg*innen verfasst. Ich hatte erwartet, dass es mehr IServ Probleme geben würde, aber offenbar war dies (noch) nicht der Fall.

Einkaufen:
Ich brauchte ein paar Dinge und fuhr gegen 10Uhr mit dem Rad in die Innenstadt von Bargteheide. Kurz dachte ich, es sei Samstag: Alles war voller Menschen. Der Edeka: Voll. Alles voll. Hauptsächlich alte Menschen, aber alles voll.
Dankbarkeit stieg in mir hoch, Dankbarkeit für ein kleines bisschen Normalität - die Regale waren voll, gut, kein Kloppapier da, aber ich habe noch genug,und am liebsten hätte ich jeden Verkäufer*in/Packer*in umarmt und abgeknutscht dafür, dass sie unsere Infrastruktur aufrecht halten. Das sind unsere wahren Helden! Nicht die überbezahlten Firmenbosse, Aktienhändler und sonstige tollen Typen, nein, unser Einzelhandel! Unsere Lieferanten, Produzenten, Herstellung und so weiter. Danke, danke, danke!

Unterricht.
Es hat heute Spaß gemacht, mir Unterrichtsstunden auszudenken, die abwechslungsreich sind und ohne meine direkte Hilfe funktionieren könnten. Schauen wir mal, wie es bei den Kindern zu Hause aussieht, wie sie sich strukturieren können, wie wir ihnen helfen können, ihre Arbeit zu strukturieren.

Und da trudeln auch schon die ersten Bearbeitungen meiner Aufgaben für den Oberstufenmusikkurs ein. Unter anderem sollten Sie in der "Tradition" der Kneipenchöre, drei Songs laut und möglichst mit Spaß mitsingen und sie in den IServ Messenger posten.
Ein Schüler schrieb:
Take me Home, Country Roads - John Denver
Hamborger Veermaster
Leinen los, volle Fahrt - Santiano

Also dann: Leinen los, volle Fahrt!

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